Rolltaschen ziehend an der einen Hand, Skier tragend an der anderen Hand, stiegen am späteren Freitagnachmittag dem 20.1.23 neun Frauen der Frauenriege Pfungen in den Zug ein, um gemeinsam ein sportliches Wochenende in den Bergen zu verbringen.Rolltaschen ziehend an der einen Hand, Skier tragend an der anderen Hand, stiegen am späteren Freitagnachmittag dem 20.1.23 neun Frauen der Frauenriege Pfungen in den Zug ein, um gemeinsam ein sportliches Wochenende in den Bergen zu verbringen.
Gut gelaunt wurde während der langen Zugfahrt geplaudert, gegessen, in vergangenen Skiweekend-Erinnerungen geschwelgt, viel gelacht und natürlich auf ein tolles Wochenende angestossen.
Wer schon einmal bepackt mit Skiern und Tasche mit den ÖV unterwegs war, weiss ob der Herausforderungen, welche man sich stellen muss. Unsere Gruppe ist diesbezüglich geübt und so wurden die Taschen platzsparend gestapelt und die Skis ordentlich zusammengestellt, so dass das Umsteigen keine Qual werden sollte. Da aber nicht nur wir mit Gepäck unterwegs waren, kam es bei den Umsteigehaltestellen doch zu einem kleinen Handgemenge. Glücklicherweise ergatterte jede seine eigenen Skis und auch die Taschen fanden den Weg zu den Besitzerinnen.
An unserem Endziel Scoul freuten wir uns über den Schnee, den zu erblicken wir uns erhofft hatten, herrschte in Pfungen und im ganzen Unterland zu dieser Zeit ein mildes, frühlingshaftes Klima. Schnell stülpten wir die Mützen über unsere Köpfe, schulterten die Skis und spazierten zur Jugendherberge, welche zu unserem grossen Erstaunen (und unserer Erleichterung) nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt liegt. Nach dem Bezug der Zimmer und dem Aushandeln der Stockbettplätze machten wir uns auf die Suche einer Bar. Es zog uns hinunter Richtung Dorf, wobei der auf dem Heimweg bevorstehende Aufstieg uns dazu brachte, die nächstgelegene Beiz aufzusuchen. Leider musste die Bedienung die Bar und das Restaurant bedienen, was uns daran hinderte, einen langen und feuchtfröhlichen Abend zu verbringen. So schlüpften wir bald unter unsere Bettdecken und gaben uns der nicht ganz geräuschlosen Nacht hin.
Samstag, erster Skitag! Zeitig besammelten wir uns beim Frühstück. Nicht ganz auf der ersten Bergfahrt, aber nur wenig später, sassen wir in der Gondel und liessen uns auf den Berg befördern. Wider erwarten meinte es die Sonne sehr gut mit uns und schien den ganzen Tag. Und auch der Schnee war besser als erwartet! Nach einer ersten Einfahrabfahrt wagten wir uns auf den höchstgelegensten Gipfel. Dort blies es uns fast aus den Skischuhen. Es fegte um unsere Helme und hätten wir keine Skibrillen getragen, wären die Augen voller Tränen gewesen. Lange hielten wir dort nicht inne, rutschten, carvten, schleuderten über die riesige Eisfläche, welche sich dort wegen des starken Windes gebildet hatte. Leider war diese Passage fast unumgänglich, um auf die weiteren, sehr schönen Pisten zu gelangen. Nachdem wir nun aber wussten, was uns dort erwartete, zogen wir die Reissverschlüsse ganz hoch, packten uns ein, zogen die Schultern hoch und schauten, dass wir diese unangenehme Stelle schnell hinter uns brachten. Trotz mehreren Aufwärmpausen im Restaurant verbrachten wir einen wunderschönen Tag auf den Skiern.
Wir wollten den tollen Ski-Tag im Bergrestaurant ausklingen lassen, doch noch bevor wir unsere Bestellung aufgeben konnten, hiess es: «Letzte Runde, in 15 Minuten wird dicht gemacht!» Nun ja, hinunterkippen wollten wir unseren Kaffee Lutz, Rumpunsch oder Lumumba nicht. Etwas enttäuscht fuhren wir dann zur Gondelstation, welche uns sicher ins Tal beförderte. Doch siehe da: Direkt neben der Talstation steht eine Schirmbar. Wie auf uns gewartet präsentierte sie sich von ihrer schönsten Seite. Magisch angezogen stapften wir durch die jugendliche Masse in die Bar hinein und fanden einige freie Plätze am Tisch einer lustigen Herrenrunde. Irgendwie schaffte es jede von uns, sich auf einen Platz zu quetschen oder eingepfercht einen Stehplatz zu ergattern. Bald darauf hatte jede von uns einen Drink in der Hand und wippte zur Musik hin und her (soweit dies die Enge zuliess). Der zweite Drink folgte kurze Zeit später und die Stimmung wurde immer heiterer. Angeregt wurde mit den gestandenen Herren geplaudert, geschäkert und getrunken. Irgendwann regte sich aber der Drang nach einer festen Mahlzeit und so brachen wir auf zurück zur Jugendherberge. Dort assen wir ein leckeres Abendessen. Nach dem heiteren Après-Ski war uns nicht danach, nocheinmal eine Bar aufzusuchen, so verbrachten die meisten von uns den restlichen Abend in der Jugi bei Gesellschaftsspielen, andere gingen früh schlafen.
Auch den zweiten Skitag wollten wir vollumfänglich ausnützen, weshalb wir nach einem reichhaltigen Frühstück und Gepäck zusammenpacken bald wieder in den Skischuhen zur Talstation marschierten. Zwei Frauen tauschten die Kälte auf dem Berg gegen ein warmes Bad im Thermalbad und verbrachten einen herrlichen entspannten Tag im Tal. Die anderen klickten sich in die Bindung und sausten den Berg hinunter. Heute befanden wir uns tatsächlich im Winterwunderland: Feenstaub schwebte um uns und die Pisten glitzerten! Wie in Trance entschwebten wir für kurze Momente der Realität: Leere Pisten, guter Schnee, Sonnenstrahlen im Gesicht, Glitzer wohin man schaute. Ist das nicht zauberhaft schön?! Ohne Zwischenfälle (trotz Träumereien) genossen wir den Tag und später die letzte Abfahrt.
Müde, aber glücklich, liessen wir uns am Sonntagabend, 22.1.23, von dem Gepäckprozedere nicht aus der Ruhe bringen, ergatterten gute Sitzplätze im Zug und liessen uns zurück nach Hause transportieren. Unterwegs wurden bereits Pläne für nächstes Jahr gemacht und die Variante «Bädele für Nichtskifahrer» diskutiert. Wer weiss, vielleicht bringt uns das kommende Skiweekend wieder nach Scoul und neue Mitreisende.
Für die Frauenriege Pfungen
Bettina Leisebach







