Die Spatzen haben es ja schon längst von den Dächern gepfiffen:
Die Männerriege Pfungen geht eine Woche nach Mallorca ins Trainingslager. Komisch nur, dass alle Nichtinsider gelacht haben, als sie von diesem Vorhaben hörten. Schlimmer noch: Die meisten haben gar nicht geglaubt, dass wir das durchziehen!
Wir aber haben Wort gehalten. Was anfänglich eher noch als frommer Wunsch abgetan wurde, konkretisierte sich im Herbst 2010 zusehends.
Am Ursprung stand die Idee, den schönen Gewinnanteil aus dem Regionalturnfest 2009 nicht einfach auf dem Konto vor sich hin dümpeln zu lassen, sondern etwas zu organisieren, das für alle ein unvergessliches Erlebnis werden soll. Ein Trainingslager stand schon bald einmal zur Diskussion, z.B. in Filzbach. Was dann aber doch als etwas sehr profan eingestuft wurde. Mallorca tönte da schon viel verheissungsvoller.
Nachdem bereits im Dezember 2010 über 30 Männerriegler ihr Interesse an diesem Vorhaben bekundeten, nahm Beli Nachbur die Organisation an die Hand. Und am 10. September 2011 war es definitiv keine Spinnerei mehr, sondern pure Realität, nämlich der Tag der Abreise zu einer ganz tollen Aktivferienwoche in Palma de Mallorca. Was sich dort alles abgespielt hat, würde ein ganzes Sonderheft des Binde-Strichs füllen. Wir beschränken uns hier auf einen kurzen Einblick in unser Happening, über den Rest hüllen wir diskret den Mantel des Schweigens:
Schon beim Treffpunkt früh morgens am Bahnhof Pfungen ist die grosse Vorfreude auf die kommende Woche nicht zu überhören. Wie von einer Schar Erstklässler vor ihrer ersten Schulreise ertönt das freudige Geplapper der Riege, die Anwohner werden froh gewesen sein, die Bande endlich im Turbo entschwinden zu sehen. Der Flug nach Palma verläuft reibungslos und schon am Mittag beziehen wir unser Hotel in Palmanova, einem grosszügigen, aber nicht allzu grossen Familienhotel mit einer tollen Poolanlage. Am Samstagnachmittag erkunden wir die Hotelanlage und den nahe gelegenen Strand und geniessen die ersten heissen Sonnenstrahlen. Das Wetter ist super, die Aussichten für die ganze kommende Woche nicht minder. Dass am Abend nach dem Nachtessen die ersten Nachtschwärmer ausfliegen und das Nachtleben erkunden, verwundert nicht wirklich.
Der Sonntag hat noch kein fixes Programm, wir schliessen uns den Aktivitäten der Animation an (Dartschiessen, Volleyball) oder organisieren eigene sportliche Aktivitäten. Der Aufenthalt in der Relax- und Ruhezone mit eigenem Pool und Sprudelbad ist ebenfalls sehr beliebt. Am Abend wagt sich bereits die erste Gruppe per Taxi zum berüchtigten Ballermann in Palma. Sie werden bis zum Morgengrauen nicht mehr gesehen.
Am Montag ist Biken angesagt. Über 20 wild entschlossene Kameraden wollen mit dem Mountainbike Mallorca erkunden. Aber es dauert doch seine Zeit, bis jeder seinen Helm und sein Rad hat. Dann geht’s los: Der Guide führt uns zuerst durch ein ausgetrocknetes Bachbett mit einigen anspruchsvollen Passagen, wo nicht mehr ganz alle Herr ihres Rades sind. Stürze sind aber keine zu beklagen! Es geht weiter über Landstrassen ins Landesinnere bis zu einer schönen alten Finca. Dann folgen wir einer Hügelkette, wobei uns die eine oder andere Steigung die Hitze stärker spüren lässt. Danach geht es aber in flottem Tempo bergab zurück an die Küste und nach einer letzten Steigung (wo ausgerechnet der zweite Guide nicht mehr mithalten kann) zurück zum Hotel. Zufrieden mit dem Geleisteten sinken wir auf der Hotelterrasse in die Stühle und genehmigen uns ein kühles Bier. Am Nachmittag ist Fussball angesagt, wobei sich die Hitze und die vormittägliche Radtour schon etwas bemerkbar machen.
Der Dienstag verheisst eine lauschige Kanufahrt vor der Küste von Palma. Der gleiche Guide holt uns vom Hotel ab, allerdings diesmal zu Fuss. Der versprochene Fussmarsch zu den Booten von 5 bis 10 Minuten endet dann nach 20 Minuten. Wir fassen Schwimmwesten und Boote und lassen uns in die Kunst des Kanufahrens einführen. Immer zwei Kameraden in einem Boot nehmen den Kampf gegen die Tücken des Kanus auf, und schon bald wird die Anstrengung in den Schultern und Armen spürbar. Wieso wollen diese Boote auch immer eine andere Richtung als gewünscht einschlagen? Gott sei Dank gibt es eine Pause auf einer vorgelagerten Insel, die Zeit zum Baden und Ausruhen lässt. Auf dem Rückweg haben sich die Zweierteams schon etwas besser aufeinander eingespielt, in flotter Fahrt geht’s zurück zum Ausgangspunkt. Die Kanufahrt war ein anstrengendes, aber letztlich tolles Erlebnis, darin waren sich alle einig.
Am Mittwochvormittag erleben wir einen weiteren Höhepunkt. Go-Kart-Fahren auf einer richtigen Kartbahn in Palma. Mit dem Bus werden wir zur Bahn gebracht und dort mit Helmen ausgerüstet. In drei Gruppen absolvieren wir Warm-up und Qualifying, je die drei Besten der Gruppen qualifizieren sich für den Final. Im Final sehen die Ausgeschiedenen von der Tribüne aus besten Rennsport mit Überholmanövern, Ausbremsen, Verbremsen, Rutschern und Drehern. Am Ende siegt René Wullchleger vor Thomas Heusser und Thomas Nachbur. Noch bis weit in den Nachmittag wird über den Rennsport und die eigenen Erfahrungen schwadroniert, und auch die Rangliste wird heiss diskutiert. Es war einfach ein cooles Erlebnis!
Am Donnerstag steht Kultur auf dem Programm. Wir werden vor dem Hotel zu einer Stadtrundfahrt abgeholt. Die Hinfahrt in die Stadt wird durch einen gerissenen Keilriemen unterbrochen, mitten auf der Autobahn müssen wir den Bus wechseln. Dann geht’s mit vielen Informationen weiter nach Palma, wo wir das Schloss Belvedere, die Kathedrale, den Yachthafen und die Innenstadt mit den engen Gassen besuchen und die Reiseleiterin auch zu einem «Bierhalt» überreden können. Mit vielen Eindrücken und interessanten Informationen zu Mallorca und seiner Hauptstadt kehren wir am Mittag ins Hotel zurück.
Der Freitag steht dann im Zeichen des Wassersports: Schnorcheln oder Tauchen ist angesagt. Mitte Nachmittag bringen uns Schlauchboote mit mächtigen Motoren in wenig besiedelte Buchten westlich von Palma, wo sowohl Schnorchler wie Taucher verschiedene Fische und Krustentiere entdecken. Über eine Stunde haben wir Zeit, die Unterwasserwelt zu erleben, bevor die rassige Rückfahrt nach Palma ansteht. Auch hier sind von den Teilnehmern nur lobende Worte zu hören, der Ausflug hat sich gelohnt. Eine dritte Gruppe ist unterdessen auch abgetaucht, allerdings nicht ins Wasser, sondern nach Palma. Wenn wir schon in Palma sind, wollen wir uns den Ballermann und die Schinkenstrasse nicht entgehen lassen. Mit diesen Worten chartern sie Taxis und wurden bis früh in den Morgen nicht mehr gesehen. Da es der letzte Abend in Mallorca war, verzichteten auch die anderen nicht auf einen ausgedehnten Ausgang in Palmanova, was teilweise beim Frühstück am Samstagmorgen nicht zu kaschieren war.
Der Rückreisetag beginnt noch einmal mit Sport und Sonnenbaden, da der Flug erst am späteren Nachmittag angesetzt ist. In aller Ruhe packen, zum Flughafen fahren und zurück in die Schweiz fliegen, das ist dann das Ziel. Dieses erreichen wir, auch wenn der Flug 45 Minuten Verspätung hat und der Pilot beim Anflug auf Kloten in letzter Sekunde durchstarten muss, da sich noch ein anderes Flugzeug auf der Piste befindet. Alle klopfen grosse Sprüche, aber so richtig wohl ist’s wahrscheinlich keinem, ein Durchstartemanöver erlebt man ja nicht jeden Tag.
So geht eine wunderschöne Woche leider viel zu schnell zu Ende. Eine Woche, die nebst dem organisierten Programm mit Volleyball, Fussball, Tischtennis, Dart und Wasservolleyball viele weitere sportliche Aktivitäten mit sich brachte. Eine Woche aber auch, in der Geselligkeit und Kameradschaft alles andere als zu kurz gekommen sind. Schlicht ein einmaliges und unvergessliches Ereignis, welches letztlich ein absolut verdienter Lohn für das riesige Turnfest-Engagement war. Wir werden noch lange davon zehren.
Allen Teilnehmern gebührt der Dank für das engagierte Mitmachen und die tolle Kameradschaft. Und Beli Nachbur verdient ein zusätzliches grosses Dankeschön für die perfekte Organisation dieser Woche!
Wann organisieren wir das nächste Turnfest ? …
Martin Loosli

alle Bilder von Mallorca:




















































































































































































































































































































































































































































































































