Es hat doch gerade erst begonnen, das Turnjahr 2015. Und trotzdem sind bereits wieder zehn Monate vergan-gen, das Jahr neigt sich seinem Ende zu. Dies wird aber sehr viel geruhsamer geschehen als noch vor einem Jahr, wo wir alle mitten in den Vorbereitungen für die Abendunterhaltung steckten. Nur wenige Wochen nach der letzten Herbstversammlungen war es schon so weit: Wir haben Röbbel, Mäxe und Don – die Iron Rebels – auf eine letzte grosse Töfflitour geschickt. Unser Verein konnte sich an der letztjährigen AU wiederum von seiner besten Seite präsentieren und die Vorbereitungen sowie Aufführungsabende waren gespickt mit vielen kleinen und grossen Highlights, sodass ich hier gar nicht erst aufzählen will. Dem Materialwart sei Dank gibt es eine DVD um diese Highlights nochmals aufleben zu lassen und in schönen Erinnerungen zu schwelgen.
Die Strapazen der Abendunterhaltung haben sich dann beim kurz darauffolgenden Schlussturnen mit Schluss-hock deutlich bemerkbar gemacht. Dass diese Veranstaltungen schon besser besucht waren, bemerkte nicht nur der Schreibende. Ganz nach dem Motto „hät’s halt meh für eus“ liessen sich die Anwesenden den Spass aber keinesfalls verderben und liessen das Jahr 2014 prächtig ausklingen. Am Nachmittag konnte man sich im turnerischen Teil in der „Kammer des Schreckens“ oder bei Päde’s „Rollercoaster“ versuchen und im Spieleteil wurde erstmals ein Mini-Völkerball-Turnier ausgetragen. Leider kann die Gewinnergruppe an dieser Stelle nicht genannt werden, zumal die Spielleitung derzeit noch einen formellen Protest eines Teams behandelt. Gerüchten zufolge geht es dabei um die irreführende Einfärbung von Völkerball-Spielmaterial. Am Abend dann trafen sich die Helden der Halle zum traditionellen Fondue Chinoise im Armbrustschützenhaus und feierten den Abschluss eines erfolgreichen Turnjahres bis spät in die Nacht hinein.
Nach den verdienten Festtagen ging es am Dreikönigstag wieder los und mit dem Mini-Turnstand wurde die Turnsaison 2015 eingeläutet. Mit unserer Sektion würden wir im Sommer an den WTU-Regionalmeisterschaften in Stammheim sowie am Kantonalturnfest St. Gallen in Mels teilnehmen. Um uns optimal vorzubereiten, standen das Trainingsweekend auf heimischem Boden sowie der schon bestens bekannte Chläggi-Cup in Wilchingen auf dem Programm. Vorbereitungs-Wettkämpfe wie der Chläggi-Cup erfreuen sich zunehmend grösserer Beliebtheit, wie der Schreibende noch schmerzlich erfahren würde. Aber dazu später mehr.
Während andere noch die kulinarischen Exzesse des Osterwochenendes verdauten, trafen sich unsere Turnerin-nen und Turner zum alljährlichen Trainingsweekend, dem fast schon wichtigsten Element der Saisonvorberei-tung. Auch in diesem Jahr wurde intensiv an der Technik gefeilt und konzentriert Formationen einstudiert. Das Erlernte wollten wir dann einige Wochen später am Chläggi-Cup den Kampfrichtern vorführen, um einen ersten Eindruck unserer Leistung zu erhalten. Leider war der Anlass schon früh total ausgebucht und eine Teilnahme deshalb nicht möglich. So spontan konnte nunmehr auch kein passender Ersatzanlass ausfindig gemacht wer-den, weshalb kurzerhand ein Samstags-Training anberaumt wurde. An jenem Samstag – bei immerhin simulierter Wettkampfatmosphäre – konnten das Gym- sowie das auch Gerätekombi-Team nochmals Teil für Teil durchge-hen. Wir waren also gut gerüstet für die anstehenden Turnfest-Wettkämpfe. Tja, dieses Jahr erwischte es uns mal wieder und wir wurden an der bevorstehenden RMS in Stammheim am Sonntag eingeteilt. Damit würde der Samstag Abend auf dem Festgelände ohne uns über die Bühne gehen. Aber was soll’s. Mit dem KTF in Mels stand nämlich noch ein 3-tägiges Fest auf dem Programm, zu kurz kommen würde also sicher niemand!
Am RMS-Sonntag ging es dann sehr früh los. Mit dem 06:45-Zug ging es nach Winterthur und von dort weiter nach Stammheim. Nach dem Einrichten unserer Homebase im Festzelt blieb nicht viel Zeit bis zum ersten Ein-satz der Schleuderball-Athleten. Das war aber nicht weiter schlimm, befanden sich die Wurfanlagen doch nur vier Steinwurf entfernt neben dem Festzelt. Kaum zu glauben, offenbar haben einige selbst für diese lächerliche Strecke noch den Shuttlebus benutzt. Wo die Bälle geschleudert wurden ist aber auch komplett irrelevant, viel wichtiger ist die Frage: Wie weit wurden sie denn geschleudert? Und wie weit sie geschleudert wurden. Den Turnerinnen und Turnern gelang ein sensationeller Wettkampf mit der Endnote von 9.07. Diese brachte uns den 8. Platz von 43 Teilnehmern ein. Ein grandioses Resultat! Fast gleichzeitig traten auf der Bahn unsere Sprinte-rinnen und Sprinter an und holten eine ebenfalls hervorragend Note 8.75. Weiter ging’s dann im Gerätezelt und auf den Kugelstossanlagen. Unsere Geräte-Cracks zeigten eine sehr ansprechende Leistung und wurden mit viel Applaus und einer Note 8.17 belohnt. Die Kugelstösser nahmen eine 8.32 mit aus dem Ring und übertrafen damit die Trainingsleistungen bei weitem. Zum Schluss stand die Grossfeldgymnastik auf dem Programm, welche wir am letztjährigen RTF Ossingen uraufgeführt hatten. Diese Disziplin hatte im Vorfeld für Diskussionen gesorgt. Weil wir einmal mehr die letzten Mohikaner der Grossfeldgym sein würden, beabsichtigte das Rech-nungsbüro uns erstmals zusammen mit den Kleinfeldgymnastik-Vorführungen zu werten. Mit insgesamt 23 ge-meldeten Vorführungen war das also sehr viel mehr Konkurrenz als noch an den vergangenen Regionalmeister-schaften. Für einige war der Fall deshalb klar: Wir würden sang- und klanglos im breiten Teilnehmerfeld unter-gehen. Kurz nach Mittag war es dann Zeit: Bei bestem Wetter und vielen Zuschauern die uns lautstark unter-stützten, gelang dem Gym-Team eine gute – wenn auch noch nicht perfekte – Vorführung auf dem Stammhei-mer Gym-Acker. Und die intensive Vorbereitung zahlte sich so richtig aus. Mit der sagenhaften Rekord-Note von 9.30 durften wir trotz starker Konkurrenz auf einmal wieder vom Regionalmeister-Titel träumen. Dement-sprechend fieberten wir der nachmittäglichen Rangverkündigung im grossen Festzelt entgegen. Die Anspan-nung war deutlich spürbar, ging bei der Verkündigung des ersten Ranges und dem Titelgewinn in der Sparte Gymnastik Rasen aber in unbändigem Jubel auf. Diese Resultate wollten natürlich noch kurz gefeiert werden, bevor wir gemeinsam die Heimreise antraten. Was für ein Sonntag!
Nur gerade 12 Tage mussten wir uns gedulden, bis wir erneut das Vereinstrikot überwerfen und die Turnfest-Festschuhe schnüren durften. Nach der kurzen und intensiven RMS standen nun drei volle Tage Turnfest vor der Tür. Nach dem obligaten Marsch durch Pfungen – wie immer begleitet von Perkussions-Virtuose Dani – bestie-gen wir den Zug und reisten nach Mels. Extra früh angereist, blieb in Mels genügend Zeit um das üppig deko-rierte Festgelände zu erkunden oder das mitgebrachte Nachtlager aufzuschlagen. Wer wollte, konnte auch einen herrlichen „Schwumm“ im grosszügigen Bassin im und um den Zeltplatz herum nehmen. Am späteren Nachmit-tag dann, wollten wir uns in Mels auch turnerisch bemerkbar machen. Wie schon in den Jahren zuvor, konnten wir nicht mehr ganz an die unglaublichen Leistungen der RMS Stammheim anknüpfen. Die Zielnote von 9.00 in der Grossfeldgymnastik wurde verfehlt, wenn auch nur knapp (Note 8.98). Auch im Kugelstossen konnten wir die 8.00 nicht halten und mussten uns mit einer 7.29 zufrieden geben. Dafür erzielten wir im Schleuderball mit einer 8.43 erneut ein ansprechendes Ergebnis und die Sprinterinnen und Sprinter der Pendelstafette vermochten ihre Leistung mit der Note 9.10 gar zu steigern. Es kam aber noch besser. Die Turnerinnen und Turner der Gerä-tekombination holten alles aus sich und den Barrengeräten heraus und schafften die sensationelle Note von 8.73. Rekordverdächtig! In der Endabrechnung bedeutete dies die Gesamtnote von 25.98 in der 2. Stärkeklas-se, womit wir nur haarscharf an der 26.00 vorbeischrammten. Dass dies ein super Resultat ist, zeigt etwa der Vorjahresvergleich. 2014 hat es in Roggwil in der 2. Stärkeklasse für eine Gesamtnote von 24.52 gereicht, wir durften also mehr als nur zufrieden mit dem Wettkampf sein! Nun folgte der gemütlichere Teil des Fest-Wochenendes. Der Wettkampf wurde noch am selben Abend im knallvollen Oldie-Zelt gebührend gefeiert. Aus-schlafen war dann allerdings kein Thema, zumal man sich bereits um 09:00 Uhr am Bahnhof in Sargans traf. Das Programm sah nämlich einen hübschen Tagesausflug in der Region vor. Wie schon am Eidgenössischen in Biel blieb uns auch in diesem Jahr das Wetterglück verwehrt. Das nasskalte Klima machte die Riverrafting-Tour zwischen Ilanz und Reichenau nicht gerade zum Wohlfühl-Erlebnis. Einigen machte das Wetter bereits auf der Hinreise derart zu schaffen, dass man eine frühzeitige Umkehr der Betroffenen befürchten musste. Trotz reichhaltigem Lunch vom Grill und Aufwärmen am Lagerfeuer, war man allseits erleichtert, am Abend wieder das Festgelände zu erreichen und sich mit dem einen oder anderen „Kafi Luz“ neues Leben einzuhauchen. Nach der sonntäglichen Rangverkündigung traten wir gemeinsam die Heimreise an und schlossen damit die Turnfest-Saison 2015 ab.
Die redlich verdienten Ferien mussten aber noch etwas warten. Hart im Nehmen – so wie wir es eben sind – begaben wir uns kurz vor den Sommerferien auf eine ausgedehnte Velotour. Wir fuhren schnell und weit, am Ende wussten wir nicht wo wir gelandet waren. Zufälligerweise haben wir dann einen gemütlichen Biergarten entdeckt – ganz ähnlich demjenigen beim Bahnhof Wülflingen – wo wir die leeren Energiespeicher wieder aufla-den konnten. Die erste Saisonhälfte wurde dann mit dem Hock über den Dächern von Winterthur beschlossen und die Turner nun doch noch in die Ferien entlassen.
Nach der fünfwöchigen Sommerpause mit abwechslungsreichem Sommerferienprogramm, war eine neuerliche Ausgabe des Badi-Plausch-Triathlons geplant. Infolge des bislang eher bescheidenen Teilnehmeransturms, wurde der Modus jedoch komplett angepasst und der Anlass in ein „Plausch-Spiel-Turnier“ umfunktioniert. Und siehe da, ein stattliches Teilnehmerfeld trat an zum Wasserball, UNO usw. Leider waren auch in diesem Jahr einige Riegen noch etwas untervertreten, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Das zweite Semester war dann hauptsächlich geprägt von abwechslungsreichen Trainings in der Halle, einigen Spielstunden und di-versen Lustigkeitsanlässen.
Tja, wie eingangs schon erwähnt: Das war es schon beinahe wieder, das eben erst begonnene Jahr 2015. Zu meinen persönlichen Jahres-Highlights zählt natürlich die grossartige RMS in Stammheim. Für mich der schöns-te Beweis, dass sich die intensive, anstrengende und nicht selten auch eintönige Vorbereitungsarbeit lohnt. Ich möchte mich für euren unermüdlichen Einsatz bedanken und euch zu den tollen Resultaten gratulieren. Mein Dank gilt auch dem Leiterteam, welches mich gerade in diesem Jahr wieder tatkräftigt unterstützt hat und immer wieder Verantwortung übernimmt. Und seit vielen Jahren dürfen wir auch auf den Goodwill der Frauenriege zäh-len, wenn es um die Hallenfrage während der Wettkampfvorbereitung geht: Merci!
Ich hoffe, dass wir im neuen Jahr dort weitermachen wo wir aufgehört haben. Mit einer guten Vorbereitung, tol-len Resultaten und noch besseren Festivitäten um ebenjene Resultate gemeinsam zu feiern!
Mit Turnergruss
Michael Loosli
Pfungen, 6. November 2015